|
Istrien
Istrien (kroatisch Istra, lat. Histria) ist die
größte Halbinsel an der nördlichen Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner - Bucht vor Rijeka. Die Fläche der gesamten Halbinsel Istrien beträgt 3.476 km².
Die Bezeichnung Istrien geht auf den Namen der Histri, eines Stammes der Illyrer, zurück, die in dieser Region in der Antike lebten.
Politische Gliederung
Der weitaus größte Teil Istriens gehört zu Kroatien,
ein Teil des Nordens zu Slowenien und ein kleiner Landstrich um die Ortschaft Muggia zu Italien.
Der kroatische Teil Istriens umfasst 2.813 km² mit 206.344 Einwohnern (Volkszählung von 2001).
Verwaltungssitz der Gespanschaft Istrien ist die im Landesinneren gelegene Stadt Pazin- Pisino - Mitterburg.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Istriens besteht im kroatischen Teil der Halbinsel mehrheitlich aus Kroaten und im slowenischen Teil
aus Slowenen. Besonders im Gebiet längs der Westküste gibt es eine größere italienische Minderheit. Im Gebirgsland
des nordöstlichen Istrien wird in einigen Ortschaften auch das Istrorumänische gesprochen (deren Sprecher werden als
Walachen oder Istrorumänen bezeichnet). Die Bevölkerung konzentriert sich in den Küstengebieten, während das Landesinnere nur dünn besiedelt ist.
Die größte Stadt Istriens ist Pula und die kleinste Stadt ist Hum. Hum gilt offiziell als kleinste Stadt der Welt. Istrien ist
offiziell bilingual italienisch/slowenisch in Slowenien und italienisch/kroatisch in Kroatien. Im italienischen Teil jedoch ausschließlich italienisch.
Geographie und Wirtschaft
Die Halbinsel Istrien besteht größtenteils aus Kalkgestein. Die Küste ist tief gegliedert, einige Meeresarme wie der
Limski kanal (zwischen Vrsar und Rovinj) oder die Bucht von Plomin-Fianona reichen tief ins Innenland und haben
fjordähnlichen Charakter. Bedeutend ist der Fremdenverkehr an der Küste, der eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition hat.
Wirtschaftliches Zentrum und größte Stadt Istriens ist die Hafenstadt Pula-Pola. Bekannte Badeorte sind Medulin,
Rovinj, Porec, Icici, Lovran, Medveja, Moscenicka Draga, Opatija und Umag im kroatischen, sowie Koper, Portorzo,
Piran und Izola im slowenischen Teil; Muggia und San Dorligo della Valle in Italien.
Im nördlichen und mittleren Teil Istriens liegen die Orte meist auf markanten Hügeln, was der Landschaft einen
besonderen Reiz verleiht. Inneristrien ist recht dünn besiedelt. Die wichtigsten Orte hier sind Motovun, Buzet, Buje
sowie Gronzjan, das vor allem durch seine Künstlerkolonie sowie durch Musikaufführungen bekannt wurde. Die
Bevölkerung lebt vom seit Jahrzehnten traditionell bestehenden Tourismus, von Landwirtschaft und arbeitet in den lokalen Industriebetrieben.
Weinbau wird in diesen Regionen intensiv betrieben, vor allem werden der gelbe bis grünliche, leicht bittere Malvazija
sowie der helle rote Teran gekeltert. In der Gegend um Motovun werden hervorragende Trüffel gefunden, die von
manchen Kennern zu den besten der Welt gezählt werden. Auch der Kaiserling (Amanita caesarea) zählt zu den istrischen Pilzspezialitäten.
Das Landesinnere Istriens ist reich an bemerkenswerten Baudenkmälern. Oft sind es kleine, unscheinbare Kirchen, die
mit meist gut erhaltenen Fresken beeindrucken. Am bekanntesten ist das Marienkirchlein von Beram mit einem
grandiosen Totentanzzyklus. In den Feldern findet man vereinzelt sehr alte Kazuns - Schutzhütten aus Stein, die in früheren Zeiten die Bauern und Hirten gebaut haben.
Die südliche Spitze der Halbinsel bildet das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak (Capo Promontore- Rt Kamenjak oder auch Donji Kamenjak) mit seiner einzigartigen Flora und Fauna.
Die Küstenlänge der westkroatischen Region Istrien beträgt 537 Kilometer. An manchen Felsküstenabschnitten unter
anderem nahe Rovinj und im Nationalpark Brijuni findet man direkt am Strand versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke.
Klima
Roterde - Boden in Istrien
Istrien ist mit jährlich 2.380 Sonnenstunden klimatisch sehr günstig gelegen: Im Sommer wird es in der Regel nicht zu heiß, während die Winter mild sind. Der kälteste Monat ist statistisch der Februar mit durchschnittlich 6 °C und der
wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 23 °C. Der Jahresdurchschnitt beträgt 14 °C.
Verkehr
Das Schienennetz stammt fast ausschließlich aus altösterreichischer Zeit. Die Hauptverbindung wurde 1876 als Istrianer Staatsbahn in Betrieb genommen führt von Pula in Nordrichtung durch ganz Istrien bis zum Anschluss an das
slowenische Eisenbahnnetz. Die Schienenverbindung nach Triest wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt, soll aber nach
aktuellen Berichten möglicherweise wieder hergestellt werden. Eine Schienenverbindung zum eigentlichen kroatischen
Eisenbahnnetz bestand zu keinem Zeitpunkt, wurde aber nach der Unabhängigkeit Kroatiens zeitweise erwogen.
Bei Pula, Rijeka (Kroatien) und Portorož (Slowenien) existieren internationale Flughäfen. Der Flughafen Rijeka wird
seit dem Jahr 2005 unter anderem von so genannten Billigfluggesellschaften angeflogen. Der Flughafen Pula ist auch für Starts
Das Wappen der Markgrafschaft Istrien, ist auch Bestandteil der kroatischen Flagge
Istrien als Teil Kroatiens und Sloweniens
In beiden Staaten findet ein zweisprachiger Schulunterricht statt. Ebenso findet sich in Straßen- und Ortsbezeichnungen
kroatisch-italienisch (z.B. kroat. Pula / ital. Pola) oder slowenisch-italienisch (z.B. slow. Koper / ital. Capodistria) wieder.
- Kroatien: Der kroatische und größere Teil Istriens (90% der Halbinsel) unterliegt der Gespanschaft Istrien (kroat.
Istarska zupanija). Der Hauptverwaltungssitz ist Pazin. Der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt ist allderdings Pula
(80.000 Einwohner). Etwa 75% der Einwohner, in der Gespanschaft Istrien, sind Kroaten.
- Istrianer*: Es wurde keine Nationalität (im amtlich definierten Sinne) angegeben, sondern eine regionale Zugehörigkeit
(Istrianer), welche im weiteren Sinne ethnisch Kroaten sind. Quelle: Wikipedia, der freien Enzyklopädie (gekürzt)
Link zum Originalartikel
|